Geschichte
 
Das Territorium der Stadt wurde bereits während der letzten Steinzeit besiedelt, ca.20 000 Jahre vor Christi. Aus dieser Zeit ist die Siedlung im Stadtteil Závodie bekannt. Die Stadt wurde auch in der Bronzezeit, der Eisenzeit und in der römischen Zeit besiedelt. 

Unsere Vorgänger siedelten sich auf dem Territorium der Stadt im 5. Jahrhundert an. Die älteste entdeckte Siedlung der Slawen aus dieser Zeit befindet sich im Viertel Frambor. Aus 9. Jahrhundert stammen auch Siedlungen in Bôrik und Grabhügel in Bánová. Erste schriftliche Erwähnung über das Territorium der Stadt stammt aus Jahr 1208. Sie wird unter dem Namen terra de Selinan erwähnt. Im Jahre 1297 erscheint in den Urkunden der Name Zilna. Laut schriftlichen Urkunden vom 23. April 1321 war Žilina bereits eine Stadt. 

Der König Karl I. Robert von Anjou erteilte Žilina während seines Besuches in unserer Stadt am 12. Juli 1321 die Privilegien einer freien Stadt, die von Siegemund I. von Luxemburg (1397) und Vladislav II. Jagello (1497) bestätigt wurden. 

Ein bedeutsames rechtliches uns sprachliches Dokument europäischer Bedeutung ist das Žilinaer Buch, dessen Anfänge im Jahr 1378 liegen, als Mikuláš aus Luková für unsere Stadt eine deutsche Abschrift des Stadtrechtes von der Stadt Magdeburg machte, wonach sich die Stadt Krupina gerichtet hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt richtete sich die Stadt Žilina nach den Rechten der Stadt Tešín. Die erste Aufzeichnung in slowakischer Sprache stammt aus dem Jahr 1451. Letzte Aufzeichnungen wurden 1561 vorgenommen. Das Buch wird im Staatlichen Kreisarchiv in Žilina verwahrt.
 


Žilinaer Buch

 
Im Jahr 1381 erzwangen die hiesigen Slowaken von dem Herrscher Gleichstellung mit deutschen Kolonisten. Die Urkunde Privilegium pro Slavis (Privilegien für Žilinaer Slowaken) wurde am 7. Mai 1381 von dem ungarischen und polnischen König Ludwig I. dem Großen anläßlich seines Besuches in unserer Stadt herausgegeben. An dieses bedeutsame Ereignis erinnert die Gedenktafel am Rathausgebäude.
 


Privilegium Pro Slavis

 
 In darauffolgenden Jahrhunderten war Žilina ein bedeutsames Zentrum von Handwerken, Handel und Bildung. Die Artikel der Kürschnerzunft stammen aus dem Jahr 1488. Später entstanden weitere Zünfte wie Schneiderzunft, Fleischerzunft, Schmiedezunft, Tuchweberzunft etc. Am Ende des 17. Jahrhunderts gab es in Žilina sechzehn Zünfte, 200 Werkstätten, davon 150 Tuchwebereien. 

Die erste schriftliche Erwähnung über das Žilinaer Gymnasium - Akademie – stammt aus dem Jahre 1542. Ein wichtiges Ereignis nationaler Bedeutung war die Synode evangelischer Christen aus mittlerer und westlicher Slowakei im Jahre 1610. Seit 1665 war in Žilina die erste Buchdruckerei tätig. Im Jahre 1691 wurde in Žilina von Jesuiten ein Gymnasium gegründet. 

Ein wichtiges Ereignis der slowakischen Geschichte waren die Siege der slowakischen für die Rechte der Slowaken kämpfenden Freiwilligen über den ungarischen Garden Ende 1848 / Anfang 1949 in Schlachten bei Budatín. Nach Beendung der Kämpfe, am 4.1.1849 sind auf dem heutigen Marienplatz ¼udovít Štúr und Jozef Milostav Hurban aufgetreten. Sie forderten die Žilinaer zum Kampf für nationale Interessen auf. Im Jahre 1999 wurde am Haus Nr. 7 auf dem Marienplatz eine an diese Ereignisse erinnernde Gedenktafel enthüllt. 

Grundsätzliche Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt hatte der Aufbau der Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts. Die Košice – Bohumín – Bahn wurde im Jahre 1872 und die Bahn vom Waaggebiet nach Bratislava im Jahre 1883 fertig gebaut. Im Jahre 1899 begann der Verkehr auf der Strecke nach Rajec. Žilina ist zum wichtigen Verkehrsknoten geworden, was eine gute Voraussetzung für Entstehung wichtiger Betriebe war. Im Jahre 1903 fand die Industrieausstellung von Oberungarn statt, die einen großen Einfluß auf die weitere Entwicklung des ganzen Oberen Waaggebiets hatte. Eine Gedenktafel am Handwerkerhaus erinnert an diese Ausstellung. 

Von 12. Dezember 1918 bis 3. März 1919 hatte in Žilina das Ministerium mit Bevollmächtigung für die Verwaltung der Slowakei unter der Führung von Vavro Šrobár (1867 – 1950) seinen Sitz. Žilina war damals der erste Sitz der slowakischen Regierung und die Hauptstadt der Slowakei. 

Ein wichtiges Ereignis der slowakischen Geschichte war die Tagung von sieben politischen Parteien am 6. Oktober 1938. Das Ergebnis der Tagung war die Deklaration der Autonomie der Slowakei, die vom Balkon des Katholischen Hauses von Dr. Jozef Tiso mitgeteilt wurde. Dieses Ereignis, an welches die Gedenktafel an diesem Gebäude erinnert, war ein wichtiger historischer Meilenstein im Kampf für Souveränität und Selbständigkeit der Slowakei.
Im Jahre 1945 lebten in Žilina 18 Tausend Einwohner. Im Jahre 1949 entstand bei neuer territorialer Gliederung Bezirk Žilina, der bis 1960 existierte. Nach Auflösung dieses Bezirkes kam es zur Stagnation in der Entwicklung der Stadt, die Bedeutung der Stadt war seitens des damaligen Staates absichtlich unterdrückt. Im Jahre 1960 wurde nach Žilina die Hochschule für Verkehr, heutige Žilinaer Universität übersiedelt, die eine wichtige Rolle im Leben der Stadt spielt. 

Seit 1959 wurden in unserer Stadt die Siedlungen Hliny, Vlèince und Solinky gebaut und im Moment befindet sich im Aufbau die Siedlung Hájik. Nach 1968 kam es in der Stadt zu einer Belebung beim Aufbau von Industrie, Wohnungen, Straßen, im Schulwesen und in der Kultur. Seit 1990 macht die Stadt eine rasche Entwicklung durch. Der historische Kern der Stadt sowie viele Straßen und Plätze werden gründlich saniert. Die Stadt baut von eigenen Mitteln den umweltfreundlichen Trolleybusverkehr. Ein bedeutsames Bauwerk ist das Wasserwerk Žilina, dessen Aufbau im Oktober 1994 begonnen hat und die erste Turbine im Dezember 1997 gestartet wurden.
Die Bedeutung der Stadt stieg nach der Entstehung der selbständigen Slowakischen Republik im Jahre 1993 und ein neuer Ansatzpunkt für eine weitere Entwicklung der Stadt war die Konstituierung des Bezirkes Žilina im Jahre 1996 (feierliche Ankündigung am 16. August 1996). 

Bedeutsamste und älteste Baudenkmäler auf dem Gebiet der Stadt sind die StephanKönigKirche vom 1200 bis 1250, der Turm vom Schloß Budatín aus dem 13. Jahrhundert, Marienplatz, dessen Entstehung vor 1300 datiert wird, und die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Pfarrkirche ungefähr aus dem Jahr 1400).
Das neueste Buch, das sich mit der Geschichte und der Gegenwart unserer Stadt gründlich beschäftigt, ist aus Anlass des Bürgermeisters im November 1997 erschienen.



Historische Bilder:  
 





 

 
 

 






  
 







 



 


 

 
 
 







 
 



 



 












  

 
 


 

 

 



 



 





 

 
 


 

 




 


 


 

 
 


Text: Dr.Ján Štofko © 2001